Kommentare

Featured

“Heute möchte ich mich für ihr gutes Buch bedanken! Es hat mich sehr berührt!

Sicher haben auch Sie von den Feierlichkeiten in Berlin wegen des Mauerfalls heute am 9.Nov. vor 25 Jahren durch das Fernsehen, Rundfunk bzw. Zeitung erfahren. WICHTIG IST MIR: dass Sie auch durch die Rede der Bundeskanzlerin gehört haben, dass heute auch ein TRAUERTAG der DEUTSCHEN ist wegen des 9. Nov. 1938, als in der Progromnacht viele Synagogen angezündet worden und ehrbare Leute deportiert sind. 6 Millionen Juden hat Hitler umbringen lassen, was für Deutschland eine Schande für immer bleiben wiird!

Es bedeutet: auch ich bin Nazi-Kind und möchte mich für die Greultaten entschuldigen!”

– Ursel Engel.

“Die Menschen, die Sie hier in Vegesack erlebt haben, sind noch immer positiv erfüllt, einige haben mich gebeten, Ihnen dies auch mit zu teilen.”

– Hartman Vandre, Stadtkirche Vegesack

Rezension von Cora Lein

★★★★★

Eine Rezension zu einer wahren Geschichte zu schreiben ist immer schwer. Noch schwerer ist es, wenn das Buch so gut war, dass einem die Worte fehlen. Und genauso geht es mir. Ich habe den Titel gelesen, habe mir das Cover angeschaut und wurde neugierig, auch der Klappentext versprach eine aufrührende Geschichte, dennoch hatte ich irgendwie Angst dieses Buch zu lesen. Ich bin immer sehr emotional und war mir nicht mehr sicher ob das Buch nicht “zu nah” ist. Als ich es dann doch in den Händen hielt, war ich ziemlich nervös, was erwartet mich beim Lesen? Wie emotional schreibt die Autorin? was haben die Übersetzer aus der Geschichte gemacht? Und dann tauchte ich ein ….

In die Welt von Helen Waldstein Wilkes, wie sie im Alter von 60 Jahren einen Karton mit Briefen ihrer Familie öffnet und wie sie versucht ihre Familiengeschichte zu rekonstruieren. Sie nahm mich, mit ihren Schilderungen und den Briefauszügen, mit in ihr Leben, sie teilte sehr viel mit mir und ich sah ihre Familie vor meinem geistigen Auge auftauchen. Litt, weinte und fühlte mit ihnen. Durch die originalen Abschriften der Briefe war die Bindung so stark zu spüren, dass ich mich teilweise immer wieder distanzieren wollte, aber ich war so versessen auf Aufklärung, dass ich am Ball blieb. Wie muss es erst Helen Waldstein Wilkes ergangen sein?

Der Schreibstil ist sehr gut und passend. Es werden immer wieder Erfahrungen, Begegnungen und Briefe in chronologischer Reihenfolge niedergeschrieben. So wie die Autorin ihre Aufklärungsarbeit begonnen hat, so wird auch der Leser ins Geschehen integriert. Trotz der vielen Übersetzer, im Buch selbst sind 5 angegeben, bleibt die Geschichte authentisch und emotional – sogar sehr emotional – des Öfteren weinte ich und hatte Angst, aber auch Zuversicht mischte sich in meine Gedanken. Ich kann für mich sagen, dass dies eins der bewegendsten Bücher ist, welches ich je gelesen habe.

Original Dokument